HV-Messtechnik schützen: Ein technischer Leitfaden für Ihr Labor

Die Validierung von Leistungselektronik ist anspruchsvoll. Bei der Entwicklung von OBCs oder Invertern treffen hohe Spannungen auf empfindliche Sensoren. Um teure Simulatoren (z. B. dSPACE, Vector, Speegoat,…) dauerhaft zu sichern, müssen Sie Ihre Messtechnik im HV-Labor schützen. Das Risiko durch transiente Überspannungen bei Prüflingsfehlern ist zu groß, um hier dem Zufall zu überlassen.
Abstrakte Visualisierung eines komplexen Netzwerks, das in eine strukturierte und standardisierte Systemarchitektur übergeht zur Reduzierung von Engineeringkosten im Prüfstand
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Gefahren durch transiente Überspannungen

In der E-Mobilität testen Sie Komponenten, die oft an der Leistungsgrenze betrieben werden. Bei Fehlern im Prüfling (z. B. Kurzschlüssen) entstehen Spannungsspitzen, die über Kommunikationsleitungen (CAN, Ethernet) direkt in Ihre Simulatoren zurückschlagen können. Es ist also notwendig Messtechnik im HV-Labor zu schützen.

  • Das Kernproblem: Herkömmliche Aufbauten lassen oft keinen dedizierten Schutz für die „Schnittstellenwelt“ zu.
  • Die Herausforderung: Messtechnik ist nicht für die energetischen Lasten eines HV-Fehlers ausgelegt.
  • Lösungsansatz: Eine konsequente galvanische Trennung ist der effektivste Weg, um Ihre Messtechnik im HV-Labor zu schützen.

Intelligentes Schnittstellenmanagement: Ordnung im Kabelchaos

Ein sauberes Schnittstellenpanel ist mehr als nur Kabelorganisation – es ist die Voraussetzung für Signalintegrität.

  • Trennung von Leistung und Signal: Durch strikte räumliche und elektrische Trennung von HV-Leitungen und Kommunikationsleitungen verhindern Sie Einkopplungen, die Ihre Messergebnisse verfälschen können.
  • Flexibilität durch definierte Durchführungen: Nutzen Sie standardisierte Durchführungen für CAN-Bus, Ethernet und HV-Sensorik. Dies verhindert, dass Kabel durch Türen oder Gehäuseränder gequetscht werden (ein häufiger Grund für schleichende Defekte).

Umgang mit thermischen Ereignissen (Brand- & Rauchschutz)

Thermische Events sind bei Stresstests (FMEA) nicht immer auszuschließen. Ein moderner Prüfplatz muss hier proaktiv agieren, bevor ein Schaden entsteht.

  • Die Not-Aus-Logik: Sicherheitsfühler wie Rauchmelder oder Temperatursensoren sollten direkt in den Sicherheits-Interlock Ihrer Prüfumgebung eingebunden sein.
  • Automatisierte Reaktion: Im Fehlerfall unterbricht die Steuerung sofort die Energiezufuhr (Not-Aus). Dies verhindert, dass sich ein lokales Ereignis zum Laborbrand ausweitet.

Charakterisierung von Wide-Bandgap-Halbleitern (SiC/GaN)

Die Entwicklung von SiC- oder GaN-Modulen bringt neue Herausforderungen mit sich: extrem hohe Schaltgeschwindigkeiten und steile Spannungsflanken ($dv/dt$).

  • Das Risiko: Diese Schaltgeschwindigkeiten erzeugen hochfrequente Störungen, die bei falschem Aufbau die Messwerte verfälschen oder Schutzmechanismen fehlauslösen können.
  • Lösung: Kontrollierte Testumgebungen, die kurzschlussfeste, geschirmte Messleitungen in einem definierten Raum bieten, sind essenziell für die präzise Charakterisierung dieser modernen Halbleiter.
Lösungen

Investitionsschutz durch standardisierte, abgeschirmte Testumgebungen.

Sie haben nun ein Verständnis für die technischen Risiken bei der HV-Prüfung entwickelt. Der Schutz Ihrer Messtechnik und die Stabilität Ihrer Messergebnisse hängen maßgeblich vom Aufbau Ihres Prüfplatzes ab. Entdecken Sie, wie unsere standardisierten Sicherheitsumgebungen Ihre Messtechnik proaktiv abschirmen.

Schutz vor Überspannung

Isolierte I/O-Boards fangen transiente Spannungsspitzen des Prüflings ab.
Link zu ersetzen →

Aktives Entlademanagement

Sicheres Entladen von Restspannungen schützt Oszilloskope und Netzteile.

Sichere Hardware-Logik

Softwareunabhängige Sicherheitsketten verhindern teure Fehlschaltungen.

FAQ zum Schutz von Messtechnik im HV-Labor

Sie haben noch unbeantwortete Fragen? Kontaktieren Sie uns, wir freuen uns auf Ihre Nachricht!

Warum reicht eine normale Steckdosen-Absicherung bei HV-Tests nicht aus?

Normale Sicherungen sind für den Schutz vor Überlast im Niederspannungsbereich konzipiert, nicht für die hochfrequenten Energieimpulse, die bei einem HV-Kurzschluss entstehen können. Hier ist eine galvanische Trennung der Signalleitungen zwingend erforderlich, um die Hardware Ihrer Simulatoren zu schützen.

Wie beeinflussen EMV-Störungen meine Messung an SiC-Halbleitern?

Durch die hohen Schaltgeschwindigkeiten der Wide-Bandgap-Halbleiter entstehen Störungen im MHz-Bereich. Diese können in ungeschirmten Aufbauten in die Signalleitungen einkoppeln und Oszilloskope oder HiL-Systeme mit falschen Werten "füttern". Ein EMV-orientierter Aufbau mit geschirmten Panels ist daher für präzise Messwerte unverzichtbar.

Kann ich eine STB nachträglich mit Brandschutzsensoren nachrüsten?

Ja. Durch das modulare Profilsystem können Sensoren für Rauch oder Hitze in die bestehende Sicherheitslogik integriert werden. Die Siemens-Steuerung erlaubt es, diese Signale als "Not-Aus-Quelle" zu definieren, ohne die gesamte Sicherheitsarchitektur neu zertifizieren zu müssen.

Unterstützt das Schnittstellenpanel alle gängigen Bussysteme?

Ja, das Panel ist individuell bestückbar. Wir bieten Module für Ethernet, CAN-Bus, LIN, HV-Leitungen und diverse Sensor-Schnittstellen an, die alle auf die Anforderungen des HiL-Testings hin optimiert sind.